Es gab eine Zeit, da war mein Zyklus für mich einfach nur ein nerviges Auf und Ab. Ich hatte ständig das Gefühl, dass mein Körper gegen mich arbeitet – PMS, Hautprobleme, Müdigkeit. Und obwohl ich mich viel mit Gesundheit und Ernährung beschäftigt habe, fehlte mir das Gefühl: Ich kann selbst was tun (ohne gleich zur Pille zu greifen oder in einen Hormonstrudel zu geraten).
Als ich zum ersten Mal von Seed Cycling gehört habe, dachte ich ehrlich gesagt: Klingt zu schön, um wahr zu sein. Einfach ein paar Samen essen – und meine Hormone sollen plötzlich ins Gleichgewicht kommen? Heute, viele Monate und sogar eine ganze Weiterbildung zum Thema Ernährung & Hormongesundheit inklsuive vielen Experimenten später, kann ich sagen: Es war der erste sanfte Schritt raus aus dem Hormonchaos.
Und das Schöne daran: Seed Cycling basiert nicht auf Magie, sondern auf ganz konkreten Nährstoffen – viele davon sind sogar wissenschaftlich untersucht. Ich erzähle dir in diesem Artikel, wie es funktioniert, was dahintersteckt und wie du sofort damit starten kannst.

Was ist Seed Cycling überhaupt?
Seed Cycling ist eine einfache Methode aus dem Bereich der zyklusorientierten Ernährung. Dabei unterstützt du deinen Körper in den zwei großen Zyklusphasen (Follikel- & Lutealphase) mit jeweils bestimmten Samen. Die Idee dahinter ist, dass bestimmte Nährstoffe, wie Lignane, Zink, Selen oder Vitamin E, gezielt die Hormonproduktion anregen oder ausgleichen können – z. B. Östrogen in der ersten Zyklushälfte und Progesteron in der zweiten.
Und das Beste: Du brauchst keine teuren Präparate, sondern nur vier Samen, die du vielleicht sogar schon zu Hause hast.
Wie funktioniert Seed Cycling?
Der Zyklus wird in den einfachsten Version des Seed Cycling zwei Phasen aufgeteilt:
1. Phase – Follikelphase (Tag 1–14)
- Du beginnst mit dem ersten Tag deiner Periode.
- In dieser Phase steigt dein Östrogenspiegel an – er bereitet deinen Körper auf den Eisprung vor.
- Hier unterstützt du deinen Körper mit:
- 1 EL Leinsamen (geschrotet – bitte immer frisch schroten, d.h. ganze Samen kaufen)
- 1 EL Kürbiskerne
- Diese Samen enthalten Lignane und Zink – sie können die Östrogenproduktion auf natürliche Weise unterstützen und ausbalancieren.
2. Phase – Lutealphase (Tag 15–28 bzw. bis zur nächsten Periode)
- Nach dem Eisprung sinkt das Östrogen, Progesteron wird wichtig – das Hormon, das für innere Ruhe, Schlaf, Stimmung und Gebärmutteraufbau sorgt.
- Jetzt kommen auf den Teller:
- 1 EL Sesam (selbst geschrotet)
- 1 EL Sonnenblumenkerne
- Diese liefern z. B. Selen und Vitamin E, die die Progesteronbildung fördern können.
Du kannst die Samen einfach in deinen Joghurt rühren, über Müsli streuen oder in Smoothies mixen – Hauptsache, du nimmst sie täglich ein.

Warum das Ganze? Was bringt mir Seed Cycling wirklich?
Seed Cycling ist kein Wundermittel und es wird sicher auch nicht von heute auf morgen dein Leben verändern. Aber:
Es ist ein sanfter, natürlicher Weg, dich mit deinem Zyklus neu zu verbinden. Du lernst, die Rhythmen deines Körpers zu verstehen und mit ihnen zu arbeiten – statt dich gegen sie zu stemmen.
Viele Frauen (ich auch!) berichten nach 2–3 Monaten regelmäßiger Anwendung von:
- Weniger PMS
- Verbesserter Haut
- Regelmäßigerem Zyklus
- Mehr innerer Ruhe vor der Periode
Es ist, als ob der Körper merkt: „Ah, du hörst mir zu. Danke.“
Für wen ist Seed Cycling geeignet?
Diese Methode ist besonders spannend für dich, wenn du:
- unter PMS, Stimmungsschwankungen oder unreiner Haut leidest
- deinen Zyklus regulieren willst (auch nach Absetzen der Pille!)
- mit Gelbkörperschwäche, Östrogendominanz oder Kinderwunsch zu tun hast
- einen sanften Einstieg in die zyklusorientierte Lebensweise suchst
Auch bei unregelmäßigem Zyklus kannst du Seed Cycling nutzen, z. B. mit Orientierung am Mondzyklus (Neumond = Tag 1).
Einfache Übersicht: Dein persönlicher Seed Cycling-Plan
| Zyklusphase | Samen | Ziel |
|---|---|---|
| Tag 1–14 | Leinsamen + Kürbiskerne | Östrogen balancieren |
| Tag 15–bis Periode | Sesam + Sonnenblumenkerne | Progesteron unterstützen |

Wissenschaftlicher Hintergrund: Was sagt die Forschung?
Obwohl Seed Cycling als Methode selbst noch nicht umfassend wissenschaftlich untersucht wurde, gibt es Studien über die Nährstoffe in den jeweiligen Samen:
- Leinsamen (Lignane / Phytoöstrogene):
Dodin et al. (2005): Flaxseed reduced menopausal hot flashes.
Jenkins et al. (1999): Lignans wirken hormonmodulierend und binden Überschuss-Östrogen. - Zink (Kürbiskerne):
Prasad (2009): Zink ist essenziell für den Eisprung und den hormonellen Stoffwechsel. - Vitamin E (Sonnenblumenkerne):
London et al. (1987): Vitamin E kann PMS-Symptome deutlich reduzieren. - Selen (Sesam):
Selen wirkt antioxidativ und unterstützt die Gelbkörperhormonbildung.
Diese Grundlagen sind die biochemische Basis, warum Seed Cycling in der Praxis für viele Frauen funktioniert.

Fazit: Kleine Samen, große Wirkung
Seed Cycling war für mich der erste liebevolle Schritt, meinen Zyklus nicht mehr als Last, sondern als Kompass zu verstehen. Ohne Druck, ohne Dogmen – nur mit einem Esslöffel Samen pro Tag.
Wenn du deinen Körper wieder spüren willst, hormonell mehr Balance suchst oder dich einfach nach einem natürlichen Einstieg sehnst, dann probier es aus. Gib dir zwei bis drei Zyklen Zeit. Es lohnt sich.
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Quellen:
- Dodin, S. et al. (2005). Flaxseed and hot flashes. Obstetrics & Gynecology, 105(4), 633-638.
- Jenkins, D. et al. (1999). Health aspects of partially defatted flaxseed. AJCN, 69(3), 395-402.
- Prasad, A. S. (2009). Impact of zinc deficiency. JACN, 28(3), 257-265.
- London, R. S. et al. (1987). Vitamin E and PMS. Obstetrics and Gynecology, 70(5), 823-827.






