Wenn ich in Coachings frage: „Was stresst dich gerade?“, bekomme ich oft Antworten wie „eigentlich nichts“, „nur der übliche Alltagskram“ oder „ich komm schon klar“. Was viele nicht wissen: Unser Körper unterscheidet nicht zwischen „großem“ und „kleinem“ Stress. Für dein Nervensystem zählt nur eins – ob du in Sicherheit bist oder nicht.
Viele Frauen glauben, sie hätten ein Hormonproblem. In Wahrheit haben sie oft ein Sicherheitsproblem.
Denn dein Hormonsystem ist keine Maschine, die einfach “läuft”, wenn du den richtigen Knopf drückst. Es ist Teil eines hochintelligenten biologischen Systems, das ständig deine innere und äußere Welt scannt:
Bin ich sicher – oder muss ich mich schützen?
Und je nachdem, was dein Nervensystem dabei fühlt, werden deine Hormone reguliert – oder eben nicht.
Hormone funktionieren nicht im Vakuum
Egal, ob du mit PMS, Schlafstörungen, Haarausfall oder Zykluschaos zu tun hast – all diese Symptome können mit deinem Nervensystem zusammenhängen. Denn: Dein Körper produziert keine Hormone im luftleeren Raum. Er reagiert ständig auf dein Umfeld, deine Gedanken, deinen Schlaf, deine Ernährung – und eben auch auf Stress.
Warum dein Eisprung kein Luxus ist – sondern ein Sicherheitsindikator
Dein Zyklus ist kein mechanischer Monatsplan, sondern ein Spiegel deines inneren Erlebens.
Wenn du dauerhaft im „Alarmmodus“ funktionierst – also im sympathischen Nervensystem –, dann ist Fortpflanzung physiologisch zweitrangig. Denn biologisch gesehen heißt Alarm: „Jetzt ist nicht der Moment, ein Kind in die Welt zu setzen.“
Was passiert dann?
- Dein Eisprung kann ausbleiben
- Progesteron sinkt
- PMS-Symptome nehmen zu
- Zyklen werden unregelmäßig oder anovulatorisch
Und das gilt nicht nur für „klassischen Stress“ wie Jobdruck oder Streit. Auch scheinbar „harmlose“ Stressoren wie:
- Blutzuckerschwankungen,
- ständiges Multitasking,
- zu wenig Schlaf oder
- perfektionistisches Selbstmanagement (Perfektionismus war lange mein zweiter Vorname!)
… signalisieren deinem Nervensystem: Gefahr.
Was bedeutet „Stress“ eigentlich?
Stress ist mehr als zu viele To-dos. Es ist jede Form von innerem Alarmzustand. Und der entsteht auch, wenn du z.B deinen Hunger zu lange ingorierst, zu wenig schläfst, am laufenden Band nur funktionierst statt dir Pausen zu gönnen oder auch dein innerer Self-Talk, also wenn du schlecht mit dir selbst redest oder dich dauernd selbst kritisierst.
All das aktiviert dein sympathisches Nervensystem – den „Fight or Flight“-Modus. In diesem Zustand ist dein Körper auf Überleben gepolt, nicht auf Fruchtbarkeit, Verdauung oder Balance.
Cortisol & Progesteron – der Konkurrenzkampf im Körper
Ein besonders unterschätzter Mechanismus: Dein Körper stellt bei chronischem Stress über die Nebennieren vermehrt Cortisol her.
Das Problem: Cortisol und Progesteron nutzen dieselben Bausteine in der Hormonproduktion. Wenn Cortisol Priorität hat (weil du unter Dauerfeuer stehst), bleibt für Progesteron oft nicht genug übrig.
Was das bedeutet:
- weniger Ruhe und Entspannung im Zyklus,
- weniger Schlafqualität,
- mehr Stimmungsschwankungen,
- und ein verstärkter Teufelskreis aus Reizbarkeit und Erschöpfung.
Mein Aha-Moment: Hormonbalance beginnt nicht (nur) auf dem Teller
Lange dachte ich, Ernährung sei der heilige Gral (und klar, sie ist ein absoluter zentraler Schlüssel für ein gesundes und funktionierendes Hormonsystem!) – bis ich erkannte, wie sehr mein Nervensystem über mein Wohlbefinden entscheidet. Ich hatte bis dahin „alles richtig gemacht“, aber fühlte mich trotzdem ausgelaugt, gereizt und nie wirklich im Gleichgewicht.
Erst als ich begann, täglich bewusst zu regulieren – durch Atemübungen, Pausen, zyklusgerechtes Planen und Nervensystem-Wissen – kam mein Körper zur Ruhe. Mein Zyklus wurde regelmäßiger, die PMS-Symptome milder. Das war der Moment, in dem für mich klar war: Ohne Nervensystemarbeit bleibt jede Ernährungsstrategie Stückwerk.
Nervensystem regulieren – aber wie? 3 einfache Einstiege
Vielleicht hast du schon von Atemübungen, Meditation oder Journaling gehört. Alles wertvoll – aber oft wird dabei übersehen:
Es geht nicht darum, dich zu beruhigen. Sondern darum, deinem Körper echte Sicherheit zu geben.
Wenn du spürst, dass du ständig „on“ bist, fang klein an:
- Atmung als direkter Weg zum Parasympathikus – die 1-Minute-Atmung: Schließe die Augen und atme für 60 Sekunden tief in den Bauch. Lass die Ausatmung länger sein als die Einatmung. Der verlängerte Ausatem signalisiert dem Vagusnerv: „Ich bin sicher. Du darfst runterfahren.“
- Digital Detox-Zeitfenster: 30 Minuten vor dem Schlafen: kein Scrollen, keine Nachrichten. Dein Nervensystem wird’s lieben.
- Stabile Mahlzeitenstruktur: Jede Mahlzeit, die deinen Blutzucker stabil hält, ist ein Mikro-Signal von Sicherheit. No Crash = No Alarm.
Und Ernährung?
Ernährung ist keine Ersatzhandlung für Sicherheit – aber ein starker Verstärker. Wenn du dich hormonfreundlich ernährst, unterstützt du deine Nebennieren, stabilisierst deinen Blutzucker und reduzierst stille Stressoren im Körper.
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Fazit: Hormone brauchen Sicherheit
Du bist kein Uhrwerk – du bist ein System. Und dieses System braucht Sicherheit, um zu funktionieren. Wenn du deinem Körper zeigst: „Ich sehe dich, ich höre dich, ich kümmere mich“, wird er beginnen, dir zu vertrauen. Und genau dann beginnt echte hormonelle Heilung.
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